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Craniosacrale Osteopathie

Cranium= Schädel, Sacrum= Kreuzbein, Osteo= Knochen, Pathie= Leiden


Wann findet eine Craniosacrale Behandlung Anwendung?

1) Einige Indikationen für Osteopathie im craniosacralen Bereich:                          

Migräne(Spannungs-)kopfschmerz, Tinnitus/Schwerhörigkeit, Schwindel, Sehstörungen, Kiefergelenksstörungen, Chronische SinusitisSchluckstörungen, Heiserkeit, Schilddrüsenüberfunktion, Dysfunktionen (z.B. im Bereich der Kopfgelenke, Wirbelsäule, Becken, Kreuzbein-Darmbein-Gelenke (ISG), Schultergürtel), Stresssymptome/Depression, Vegetative Dystonie


Wie sieht eine Craniosacrale Behandlung aus?

 Nach einem Vorgespräch mit Befundaufnahme werden Ziele, Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung erörtert und während der Behandlung(en) Ursachen der Störungen sowie (weitere) Behandlungsmöglichkeiten (v)ermittelt.

Die Behandlung des bekleideten Patienten wird überwiegend in Rückenlage oder Seitlage mittels sanfter Halte-, Druck-, Zug-, Dehnungs- und Bewegungstechniken von Kopf bis Fuß in Stille durchgeführt. Eine Behandlungseinheit dauert 60 Minuten: ca. 50 Min. Behandlung und 10 Min. Nachruhen und evtl. Gespräch.

Wie oft sollte eine Craniosacrale Behandlung erfolgen?     

Je nach Beschwerdebild und –intensität sollte eine Behandlung von zunächst wöchentlich/14-täglich bis hin zu größeren Abständen in Absprache mit dem Behandler erfolgen. Dem Körper wird durch individuelle Behandlungsintervalle der jeweils erforderliche Raum zur Selbstregulierung und –regeneration gegeben.

Wie sollte ich mich nach einer craniosacralen Behandlung verhalten?           

Im direkten Anschluß an eine Behandlung sollte man möglichst vor der Heimfahrt mit dem Auto einen etwa 10-minütigen Spaziergang machen, um  den Körper sanft anzuregen  und sich wieder auf das „normale Alltagsgeschehen“ einzustimmen. Eine anschließende Ruhephase wäre wünschenswert.


Prinzipien der Osteopathie

1. Der Körper ist eine EinheitKörper, Seele und Geist werden als Ganzheit betrachtet und behandelt:  psychische Ursachen können körperliche Störungen hervorrufen, so z. B. Schmerzen im Schulterbereich Folge von Kummer oder Stress sein.

2. Struktur und Funktion beeinflussen sich wechselseitig
Als Strukturen werden hier Muskeln, Knochen, Sehnen, Bänder und Bindegewebshüllen= Faszien bezeichnet, die alle bestimmte Funktionen haben. Eine dauerhafte Fehlbelastung kann z. B. zu Kalkeinlagerungen führen; Wirbel- oder Gelenkfehlstellungen beeinträchtigen die Funktion umliegender Strukturen und/oder Organe.      

3. Der Organismus verfügt über eigene selbstregulative und heilende Kräfte,
die bei vorhandener Störung durch die osteopathische Behandlung wieder aktiviert werden sollen.
Hierzu zählen die Vitalfunktionen wie Atmung, Puls etc., das Immunsystem, die Wundheilung und Kompensationsmechanismen.  

4. Die osteopathische Behandlung integriert alle vorher genannten Punkte
Die eigentliche Behandlung, welche manuell ist, obwohl Ernährung, psychische, soziale und andere Lebensfaktoren mit berücksichtigt werden, ermöglicht es der Lebenskraft, Störungen in normale Funktion zurückzubringen. Dabei wird der Patient nicht durch den Behandler geheilt, sondern es ist vielmehr der Organismus, der durch die Impulse der osteopathischen Behandlung zu einer Selbstkorrektur geführt wird.

Ziel der Behandlung ist es u.a., ursächliche Krankheitsfaktoren aufzulösen oder abzuschwächen, freie Beweglichkeit der Gelenke und Faszien wieder einzurichten, die Austauschprozesse der gesamten Körperflüssigkeiten zu normalisieren, das autonome Nervensystem auszugleichen, die Harmonisierung der Körperstatik, die Auflösung viszeraler (die Organe betreffende)  Störungen, Vertiefung der Atmung, Entspannung, die Widerstandskraft des Körpers zu stärken und ihn zu ermutigen, seine eigene selbstregulative Tätigkeit wieder zu übernehmen, um sich selbst zu heilen.

Je stärker sich der therapeutische Eingriff an der Ganzheitlichkeit des Organismus orientiert, desto tiefgreifender und erfolgreicher wird er sein.


Entstehung der Craniosacralen Osteopathie

Die craniosacrale Behandlungsmethode wurde Anfang der dreißiger Jahre von dem Mediziner William Garner Sutherland (1873 – 1954) entwickelt.Er fand heraus, dass die Schädelknochen durch Membranen (bindegewebige Häute) im Schädel miteinander verbunden sind und die Bewegung der Schädelknochen  durch diese Membranen koordiniert werden. Auch das Kreuzbein ist durch die Dura (Haut) im Rückenmarkskanal mit den  Membranen im Schädelinneren, also auch den Schädelknochen, verbunden.

Immer wieder ertastete Sutherland seinen Schädel und die Köpfe seiner Patienten und begann zu erspüren, dass der Schädel sich unabhängig vom Herz-Atemrhythmus bewegt: Ausgelöst durch Eigenbewegungen des Gehirns, regelmäßige rhythmische Fluktuationen (Fließbewegungen) der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit, die Beweglichkeit der Hirn- und Rückenmarkshäute, der Schädelknochen und des Kreuzbeins, den sogenannten craniosacralen Rhythmus (laut Sutherland den „Atem des Lebens“ beeinhaltend).

Sein größter Verdienst war u.a. die Entdeckung eines Regulationssystems für den Gesamtorganismus, das sich durch eine rhythmische, langsame Bewegung am Schädel äußerte. Er richtete seine Aufmerksamkeit auf die fluidalen (flüssigen/fließenden) Bestandteile des Körpers, insbesondere auf den Liquor cerebrospinales (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit) und bemerkte, dass sich durch feinste Impulse des Behandlers auf die Fluida Fixationen fester Körperstrukturen zu lösen begannen.Die Craniosacrale Osteopathie wird seit den achtziger Jahren verstärkt in Deutschland von entsprechend ausgebildeten und zertifizierten Ärzten, Heilpraktikern, Physiotherapeuten und Angehörigen weiterer medizinischer Berufe praktiziert.

1) Quelle: Torsten Liem „Kraniosakrale Osteopathie“ Ein praktisches Lehrbuch, Hippokrates-Verlag  2005.
Es wurden Textpassagen hieraus (z. T. gekürzt oder ergänzt) übernommen.