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Fußreflexzonentherapie


Die Reflexzonentherapie am Fuß (RZF) ist eine Behandlungsform, die sich im Laufe von vielen Jahren aus altem Volkswissen zu einer exakt ausgearbeiteten Spezialtherapie entwickelt hat. Sie hat zwar ihren Ausgangspunkt am Fuß, ist jedoch mehr als eine übliche Fußmassage, denn sie kann außer einer lokalen intensiven Durchblutung eine Heilung oder Verbesserung sämtlicher gestörter Organ- und Gewebefunktionen der Patienten bewirken. (…)


Geschichtliche Entwicklung:

Schon vor Jahrtausenden kannten Kulturvölker des Ostens und Westens Zusammenhänge und Möglichkeiten der organfernen Behandlung, wie sie auch die RZF aufzeigt. Dieses alte Erfahrungsgut wurde am Anfang des letzten Jahrhunderts zum ersten Mal durch den amerikanischen Arzt Wiliam Fitzgerald systematisiert und in eine moderne Form gebracht. Durch viele Kontakte mit der Urbevölkerung Nord- und Mittelamerikas, den verschiedenen Stämmen der Indios, hatte er häufig Gelegenheit, die guten Resultate der speziellen Behandlung ihrer überlieferten Fußpunkte zu beobachten. Dr. Fitzgerald unterwies über viele Jahre aufgeschlossene Ärzte und Therapeuten in dieser Behandlungsmethode, die bei den Patienten oft erstaunliche Resultate zeigte. Als im Land der „unbegrenzten Möglichkeiten“ andere Methoden in den Blickpunkt des therapeutischen Interesses rückten, geriet die RZF dort bei Fachleuten in Vergessenheit.

Eine begabte Masseurin, Eunice Ingham, begann jedoch um 1930, das vorhandene Grundwissen an gesundheitsbewußte Laien weiterzugeben. So kam die ursprüngliche Therapie als vereinfachte Möglichkeit der Selbstbehandlung aus den USA auch nach Europa.

Von 1958 an wurde die Methode (…) an vielen Kranken mit den unterschiedlichsten Symptomen und Beschwerden (von Hanne Marquardt) geprüft. Die Ergebnisse ermutigten sie, diese Therapie auch in Europa lehrbar zu machen, und sie begann 1967 mit dem systematischen Unterricht für medizinische Fachkräfte.

Die RZF nimmt heute einen gleichwertigen Platz neben anderen Anwendungen aus der physikalischen Therapie (…) ein.


Anwendung der Methode:

Im Fuß haben alle Bereiche des Menschen ihre zugeordneten Stellen, die Reflexzonen, die seine augenblickliche Verfassung bildschirmähnlich im Kleinen wiedergeben. Wir Therapeuten arbeiten mit gezielten Griffen im wörtlichen Sinne einer Be-Hand-lung, ohne Zwischenschaltung von Geräten oder anderen Hilfsmitteln, um die im Menschen gestörte und geschwächte Lebenskraft zu ordnen und zu harmonisieren.

Der Schmerz, der durch den speziellen Griff an manchen Stellen am Fuß ausgelöst wird, unterscheidet sich von anderen Schmerzen im Fuß (z. B. orthopädischen Problemen, Gewebestauungen, Unfälle, Gefäßveränderung) dadurch, dass er meist nur bei gezielter Behandlung der Zonen auftritt und im Laufe einer Behandlungsserie (ca. 8 Behandlungen) fast immer nachlässt oder ganz verschwindet.

           

Wir konnten über Jahrzehnte hinweg die Erfahrung sammeln, dass die Beschwerden in den geschwächten oder erkrankten Organen in dem Maß nachlassen, wie sich die übersensiblen Reflexzonen normalisieren. Ein gesunder Mensch hat üblicherweise einen schmerzfreien Fuß, der sich warm und elastisch anfühlt und gut durchblutet ist.

Sobald er häufig kalt und bewegungeingeschränkt ist, wenn sich Fußpilz, Hühneraugen, Schrunden, durchgetretene Längs- oder Quergewölbe zeigen, kann das auch auf Schwächen oder Krankheiten hinweisen, die sich in der Reflexzonen zeigen. Überlegungen, ob das Befinden im Menschen oder die Reflexzonen am Fuß sich zuerst gestört zeigen, sind müßig; nach unseren Erfahrungen handelt es sich um Wechselbeziehungen zwischen den Fußpunkten und dem gesamten Organismus, die beim gesunden unspezifisch, beim Kranken schmerzhaft spürbar vorhanden sind. Wenn eine Reflexzone gestört ist, zeigt sich das meist durch eine fühlbare Veränderung in der lokalen Gewebespannung, dem sogenannten Tonus. Solche Störungen können sehr schnell auftreten oder sich über Wochen und Monate hin langsam aufbauen, so dass teilweise sogar tastbare Ablagerungen vorhanden sind.

Immer wieder ergibt es sich, dass bestimmte Zonen am Fuß schmerzen, obwohl die Patientinnen und Patienten in den zugeordneten Organen oder Geweben ihres Körpers noch keine Beschwerden verspüren. Da der Mensch eine dynamische Lebenseinheit darstellt, in der alles mit allem leitend verbunden ist, ist es verständlich, dass der Körper zuerst versucht, seine Beschwerden so lange wie möglich selbst auszugleichen. In diesem Vorfeldstadium gibt er jedoch schon Hinweise auf mögliche spätere Erkrankungen durch die Schmerzhaftigkeit einzelner Punkte am Fuß. Diese Beobachtung und deren Schlussfolgerung eröffnet alle Möglichkeiten einer tiefgreifenden Umstimmung bereits im Anfangsstadium einer Krankheit und stellt damit auch eine sinnvolle und wichtige Gesundheitspflege dar.


Abgesehen vom spontan verspürten Behandlungsschmerz in der belasteten Reflexzone reagieren die Patienten in den Zeiten zwischen den einzelnen Behandlungen mit typischen Anzeichen, den Reaktionen. Ihnen kommt eine besondere Bedeutung zu, denn durch sie zeigt sich einen Wende im Verlauf der Krankheit an.

Reaktionen sind demgemäß erwünschte und erwartete Antworten des Organismus auf den gesetzten Heilreiz, selbst wenn sie teilweise und vorübergehend unangenehm sein können. Sie lassen immer erkennen, dass der Mensch noch Lebenskraft genug besitzt, sich der Störung zu erwehren. Deshalb bedient sich der „Innere Arzt“ (Paracelsus) auch oft der Ausscheidungsorgane, um Reaktionsphasen abzuwickeln.


Folgende Beobachtungen sind häufig:

-Schweißabsonderung an bestimmten Hautbezirken oder am ganzen Körper, oft an                                 der Hand;

-Vermehrte und trübere Harnausscheidung;

- Vermehrter und übelriechender Stuhlgang, Nachlassen der Blähungen;

- Säuberung der Nasen/ Rachen- und Unterleibsschleimhäute durch Schnupfen, Auswurf oder Ausfluss

-Abgeschwächtes Aufflackern alter Krankheiten, die früher einmal nicht ausgeheilt worden sind

-sehr selten: Erhöhte Temperatur oder ein kleiner Fieberschub, der nicht als neue Krankheit, sondern als Aktivierung der Selbstheilungskräfte zu verstehen ist;

- Entspannende Müdigkeit, erfrischender Schlaf, Harmonisieren der seelischen Verfassung;

-Für Frauen ist es wichtig zu wissen, dass sich auch die monatliche Regel verschieben kann (in seltenen Fällen selbst dann, wenn die Anti-Baby-Pille genommen wird).


Häufig erleben die Patientinnen und Patienten schon innerhalb oder nach der ersten Behandlung eine deutliche Erleichterung ihrer Beschwerden und sollten nicht vergessen, dass das eine der ermutigendsten Reaktionen auf die Behandlung darstellt. Die für sie unangenehmen Reaktionen gleichen einem zeitweiligen kurzen Frühjahrsputz im Organismus, der erwarten lässt, dass sich der Mensch in seinem „Gehäuse“ danach umso wohler fühlen wird. 


Wichtig: Wenn Sie stark störende oder Sie verunsichernde Reaktionen erleben, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an Ihre Therapeuten, um mit ihnen zu beraten, wie Ihnen weiter geholfen werden kann. Oft genügt eine dazwischen geschaltete ausgleichende Behandlung. (…)


Vorschläge, was Sie zur Pflege Ihrer Füße tun können:


  1. Halten Sie Ihre Füße frei von verhornter Haut, Schwielen, Hühneraugen und Fußpilz, soweit Ihnen das selber möglich ist; bei Bedarf ist eine fachkundig durchgeführte Fußpflege eine gute Hilfe.
  2. Setzen Sie Ihre Füße, sooft Sie können, den natürlichen Reizen Licht, Luft, Wasser aus und gehen Sie wenigstens in Ihrer Freizeit oder im Urlaub immer wieder barfuß.
  3. Seien Sie anspruchsvoll in der Auswahl der Fußbekleidung und bevorzugen Sie natürliche Textilien und formgerechtes Schuhwerk.


Und – erinnern Sie sich in Dankbarkeit:

Kein anderes menschliches Organ außer den Füßen trägt so viel an Last und hilft uns zugleich, zielstrebig durch unser Leben zu gehen, jahraus, jahrein.



Quelle: Verlag Hanne Marquardt Reflexzonentherapie am Fuß





























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